jeudi 26 octobre 2006
Der Prieuré von Chaumont le Bourg
Der Prieuré, ein aus dem 10. Jahrhundert stammendes Kloster, liegt im Departement Puy-de-Dôme, im Herzen des Livradois-Forez, wenige Kilometer von der Stadt Ambert entfernt.
Er wurde im Jahr 926 von Alfred II, Graf der Auvergne, und von Baffie Bertrand gegründet.
Als Tochterkloster des Priorats von Sauxillanges und von Cluny nimmt das Benediktinerpriorat von Chaumont im Livradois hinter La Chaise Dieu und Sauxillanges den dritten Platz ein.
Der Prieuré von Chaumont genießt damals ein "großes Ansehen in den Bereichen der Wissenschaften und der Frömmigkeit". Ihm untergestellt waren zahlreiche Kirchen, darunter:
- Sainte Marie de Beurrières
- Saint Jean d’Ambert
- Notre Dame de Marsac
- Saint Just de Baffie
- Saint crois de Baffie
- Saint Blaise de Grandif
Seit 1151 hatten die Ordensmitglieder aller Wahrscheinlichkeit nach das Recht, innerhalb der Mauern des Prieuré die niedere Gerichtsbarkeit auszuüben. Im 15. Jahrhundert von den Engländern abgebrannt. Im Jahr 1577 von den Calvinisten des Hauptmanns Merle geplündert und zerstört.
Die Geschichte überliefert uns die Identität einiger Prioren : Dom Rebain im Jahr 965 und Didier im Jahr 1114.
1604 übergab Dom Lyos Gallanbrun das Kloster den Ordensmitgliedern des Ordens der Minderbrüder, wie es von der Bulle des Papsts Paul V bestätigt wird.
Der Heilige François Régis(1640), Patron der Spitzenklöpplerinnen, war Professor an der Universität von Billom. Er wohnte in Chaumont und führte die Spitzenklöppelei in der Gegend ein.
Dem Beginn des 17. Jahrhunderts entspringt die mit dem Prieuré verbundene Legende des "Paradisvogels".
Im Jahr 1696 lassen die Minderbrüder von Chaumont das Wappen vom Prieuré in das französische Wappenbuch, das „Armorial Général de France“, eintragen.
Die Legende des Prieuré von Chaumont: Bruder Anselme und der "Paradiesvogel"
Ganz in der Nähe des kleinen Dörfchens Beurrière, entlang der Landstraße „Départementale 38“, befindet sich heute eine Familienpension in den Mauern des ehemaligen Priorats von Chaumont. Der „Prieuré“ wurde im 11. Jahrhunder von den Grafen der Auvergne gegründet. Der Heilige François-Régis hielt sich hier auf. Das Kloster gehörte zuerst den Benediktinern von Sauxillanges und ging dann in den Besitz der Minderbrüder über (1504).
Die folgende Geschichte vom "Paradiesvogel" wird aus jener Zeit überliefert: Ein Ordensmitglied namens Bruder Anselm hatte die Gewohnheit sich in tiefe Meditationen zu versenken. Als er eines Tages in den Wald „Bois-des-Pères“ ging um sein tägliches Gebet zu verrichten, sah er dort einen Vogel vor sich her flattern – einen so unwiderstehlich schönen Vogel, dass er ihn unbedingt fangen musste. Der Bruder nahm die Verfolgung auf, aber der Vogel entwich ihm ständig, näherte sich wieder verlockend um sich dann noch mehr zu entfernen. Plötzlich fiel es dem Mönch ein, dass es Zeit war umzukehren.
Er machte sich auf den Rückweg – aber alles kam ihm so verändert vor:wo sich gerade noch eine Wiese erstreckte, erhob sich nun ein Wald; anstelle des Korns wuchs nun Gras... Dennoch fand er zur Pforte des Klosters zurück, welches ebenfalls nicht wieder zu erkennen war : er erkannte weder den Pförtner, noch den Superior, den er zu sehen verlangte. Sogar die Kleidung der Mönche hatte sich verändert... Nicht etwa zwei Stunden, sondern ganze zwei Jahrhunderte waren vergangen, während der Mönch den wundervollen Vogel verfolgte.
Auch die Bücke von Masselèbre (16. Jahrhundert) soll den Mönchen von Chaumont zu verdanken sein. Ihre beiden gedrückten Spitzbögen überspannen heute nicht mehr einen Fluss – die Dore hat ihren Lauf geändert – sondern stehen zwecklos inmitten einer Wiese. Zweifellos ist ihnen auch das schöne Granitkreuz (15. Jahrhundert) im Dörfchen Masselèbre zuzuschreiben.